Linux ist seit mittlerweile einem Jahr mein Standard-Betriebssystem. Zuvor habe ich immer Windows benutzt. Wieso der Umstieg ? Es gab eigentlich 3 große Beweggründe, die dazu führten:
- Experimentierfreude
- Steigende Begeisterung für die Open-Source Bewegung
- Die Auswahl an Software, die Linux mitbringt
1. ExperimentierfreudeSchon als ich meinen ersten Artikel zu Linux gelesen habe, wollte ich es unbedingt ausprobieren. Ausschlaggebend war ein Grundlagen-Seminar in C++, wo in den Labors Linux-Rechner eingesetzt wurden... Damals waren die Internet-Verbindungen noch nicht so schnell wie heute und 5 CDs wollte ich mit einer 56kbit/s Verbindung (die nach Minuten teuer abgerechnet wurde) nicht herunterladen. Daher habe ich mir damals das Suse Linux 8.2 Paket damals bestellt.
Leider wollte mein damaliger Rechner nicht unter Linux laufen (PI 200MHz). Es ließ sich zumindest nicht installieren, was an irgendeiner Hardware-Inkompatibilität lag. Ich war damals aber noch nocht kompetent genug, diesen Fehler auszubügeln. Mein zweiter Rechner (AMD 800MHz) war dann endlich in der Lage die Installation anzunehmen.
Ich war begeistert. Auch wenn so einiges zunächst mühsam war (Internetverbindung, Hardware: Drucker, Scanner, ...). Somit blieb Linux zu dem Zeitpunkt nur ein Experimentiersystem.
Aber so nach und nach wurden die Distributionen besser und auch das Wissen, welches man sich angelesen hatte oder durch rumprobieren erlangt hat, wuchs. Somit hatte ich damals mit Suse 9.3 schon ein recht gut funktionierendes System. Es gab halt aber Software unter Windows, auf die konnte ich noch nicht verzichten...
2. Steigende Begeisterung für die Open-Source Bewegung
Bis heute habe ich recht viele Artikel über das Thema gelesen, u.a. von Richard Stallman, dem Urvater des Open Source Gedanken. Die Augen geöffnet hat mir damals ein Taschenbuch über Microsoft, welches wir damals in einem Seminar an der Hochschule empfohlen bekamen. Dort stand alles über die frühen Geschäftspraktiken von Herrn Gates und die Strategien, die Microsoft bis heute verfolgt.
3. Die Auswahl an Software, die Linux mitbringt
Wenn man bedenkt, wie wenig man eigentlich für eine teure Windows-Kopie bekommt, verglichen mit dem was eine Linux-Distribution alles mitbringt, ist es eigentlich seltsam, dass noch so viele das Microsoft-Betriebssystem nutzen.
Zum einen ist es sicherlich ein Problem der OEM-Verträge mit den Hardware-Herstellern. Zum anderen liegt wohl daran, dass die meisten Nutzer Angst oder einfach zu faul sind zum Umsteigen. Wenn ich so an meinen Bekanntenkreis denke, ist die Hemmschwelle eine Raubkopie von Windows zu nutzen verschwindend gering. Da wird auch aufgrund der fehlenden Updatefunktion ein relativ unsicheres System in Kauf genommen.
Aber wie bereits erwähnt, gibt es mittlerweile zu jedem Produktionszweig die geeignete Software unter Linux. Auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt (gimp kommt leider noch nicht ganz an Photoshop heran, aber für die meisten Probleme genügt es doch). Es ist zwar teilweise noch etwas mühsamer eine Software so zum Laufen zu bekommen wie man es wünscht, der Aufwand lohnt sich für mich aber allemal.
Und einer der wichtigsten Punkte: Der Quellcode ist offen. Falls man in der Lage ist, kann man jede Software modifizieren, verbessern und somit seinen Beitrag in der Community leisten.